Die Entstehung von "Thrillsnippets"
Die Musik -Video - Lesung "Thrillsnippets" entstand anlässlich der Ausstellung "dramatis personae" in der Galerie "KunstTransit in Karlsruhe im August/September 2010.
Ursprünglich als einmalig aufgeführte Performance gedacht, schreibt Birgit Spahlinger nach der Ausstellung kontinuierlich an dem Roman "Thrillsnippets" weiter.
2012 hat Birgit Spahlinger eine gleichnamige Musikformation um "Thrillsnippets" gegründet, die im April 2012 mit einer Multimediaperformance bei dem Festival des Forums freie Musik (FFMK) in Karlsruhe auftrat.
Über Thrillsnippets
Dr. Barabara Clemens zum Video-Hörspiel "Thrillsnippets" von B. Spahlinger (Ausstellung "dramatis personae")
"Birgit Spahlinger, die mir auch als ausgezeichnete Karikaturistin bekannt ist, beschäftigt sich in ihrer Inszenierung mit den zwei Seiten der Political Correctness. PC ist zunächst aus dem Bestreben nach mehr sozialer Gerechtigkeit heraus entstanden, kann jedoch in ihrer rigiden Form die Freiheit in der Kunst bedrohen.Birgit Spahlinger nutzt für diese Arbeit mit eindeutig politischen Anliegen das für die Kunst noch relativ junge Medium Internet. Auf der Präsentationsplattform Twitter schreibt sie einen Roman in Fortsetzungen über das schwierige Leben und Arbeiten des Schriftstellers Jorge.
Jedoch sind der Künstlerin bei Twitter gestalterisch enge Grenzen gesetzt, denn man kann hier in einer Sequenz immer nur 140 Satzzeichen eintippen.
Auch ihr Hauptdarsteller Jorge ist in seiner Arbeit als Schriftsteller eingeengt, da er ständig von einer Zensurbehörde mit Namen Poco bedroht wird. –
Für die Dauer der Ausstellung bei Kunsttransit sind der Roman und das mit ihm verbundene Video nun offline gegangen und als Kunstprojekt zu einer multimedialen Installation aufgebaut: Aus einem Lautsprecher hören wir eine metallene Computerstimme, die uns aus dem Text vorliest. Auf diese Weise erleben wir auch akustisch die unterschwellig vorhandene kalte und entmenschte Stimmung des Romans. Das rhythmisch flimmernde Video an der gegenüberliegenden Wand verstärkt Jorges durch die Zensur hervorgerufene, angstvoll- paranoide Situation aus der es kein Entkommen gibt".